Weggefährten...............   Weggefährten....................

 

IM GESPRÄCH MIT DEN GEBRÜDERN KRÜGER

 

FRAGE:

DU, Andreas hast mich vor 8 Jahren mit einem homöopathischen Vortrag über Gold an die Schule gelockt und , Du, Arne,  hast mich mit Deinen hohen Stoffanforderungen im Anatomieunterrricht gehalten... Ihr zwei seid ein Brüderpaar, aber ich  erlebe ich Euch doch recht verschieden, dennoch hatte ich Euch beide nötig, wahrscheinlich WEIL Ihr zwei völlig verschiedene, aber wichtige Qualitäten einer Heilpraktikerschule bedient. Gabriele Catterfeld- Richter sagte einmal in einem Gespräch mit mir, Du Andreas seist so was wie der spiritus rector der Schule und Du, Arne ihr Organisator. Seid Ihr eigentlich mit dieser Rollenverteilung zufrieden?

 

ANDREAS:

...Fang ich mal an. Es geht ja im Leben nicht immer unbedingt darum, was man will, sondern was man kann. Also das, was möglich ist erkennen, und das, was unmöglich ist, genau so erkenne und sich danach richten. Ich weiß, daß mir einfach Wahrnehmungsorgane und Hirnwindungen fehlen, um Analysen, Pläne, Organisatorisches, Überblick, Finanzen und so weiter... zu bewerkstelligen, zu kreieren. Wenn ich dies alles tun müßte, würde es diese Schule wahrscheinlich nicht mehr geben. Was ich kann - wie das die Doppelkrebse so an sich haben – das ist ein mich durch mein Leben trancen, und anderen erzählen, was ich auf diesen Reisen erlebe.  Und der, der dies nehmen will, kann dies nehmen. Und der, dessen Seelenstruktur mit Wahrnehmungsorganen ausgerüstet ist, um meine „Botschaft“ zu empfangen, kann sie empfangen. Das, was ich kann, gebe ich gern und von ganzem Herzen. Was ich nicht kann, kann ich auch nicht geben, und darum bin ich glücklich- und diese Schule hat im Grunde noch mehr Grund glücklich zu sein, daß es in Arne jemanden gibt, der diese Fähigkeiten besitzt, die zur Führung eines Wirtschaftsunternehmens, wie wir eines sind, unabdingbar sind. Er bringt auf wunderbare Weise die Fähigkeit mit. Sonst würden wir gemeinsam vielleicht unter einer Brücke trancen, was ja auch ganz lustig sein mag, aber er würde diese Schule als florierendes Wirtschaftsunternehmen schlichtweg nicht geben. Für die Wirtschaftlichkeit, für die Struktur, für die Ordnung, für die Ordnung der Bücher ist Andreas Krüger von seinem Schöpfer nicht genug ausgerüstet, um das zu leisten.

Frage: Mir ist klar, Andreas, daß Du mit Deiner Rolle sehr wohl einverstanden bist, aber gefällt Dir, Arne, Deine viel nüchternere  Rolle des Organisierens einer Schule  wie der unsrigen?

 

ARNE:

Ja, völlig!, ..ich denke, das, was ich einbringen kann, sind genau diese Sachen. Ich kann schöne Stundenpläne machen, Finanzpläne, Dinge organisieren, habe keine schlaflosen Nächte auch bei unangenehmen Dingen nicht  wie zum Beispiel dem Eintreiben von Mitgliedsbeiträgen oder Schulgeldern. Darum habe ich genau den Part, der mir gut tut, den ich ausfüllen kann, der mir Spaß macht. Ja, das klingt vielleicht komisch, aber es macht wirklich Spaß, so ein kleines Kunstwerk wie einen Stundenplan auszuarbeiten, wenn sich die Dinge ineinanderfügen....

Ich bin heilfroh, daß ich den zwischenmenschlichen atmosphärischen Bereich nicht in dem Maße beackern muß wie Andreas, weil ich weiß, ich habe ihn dafür. Wenn zwei Dozenten sich in irgend einem Bereich sich aneinander reiben, und dann da was geglättet, was aufgeklärt werden muß zum Beispiel...

Darum bin ich sehr froh, daß es die Supervisionsgruppe für die Dozenten gibt, wo ich zwar nicht dran teilnehme, ...

Frage:...noch nicht...

ARNE:.... wo aber viele zwischenmenschlichen Probleme auch angegangen und bearbeitet werden können. Ich bin sehr froh, wenn ich die Grundlagen schaffen kann, auf dem dann der andere Teil der Schule sich entwickeln kann. Also in so fern kann ich mit Gabi Catterfeld  sehr wohl übereinstimmen, weil es auch das trifft, was ich kann, was ich gern einbringe. Und ich arbeite auch verdammt gerne an meinem Schreibtisch.

Frage:

Also der eine arbeitet gern am Schreibtisch, der andere am Rednerpult, arbeiten tut Ihr beide gern, was ich weiß. Aber was man nicht so sieht, was man auch nicht vermutet, Arne ist Dein viel jüngerer Bruder, acht Jahre . Hast Du je gedacht, Andreas, daß aus Deinem kleinen Bruder einmal Deine größte Stütze im Beruf werden würde? 

ANDREAS:

Ich komme aus einer Familie, wo ich erleben durfte, was es heißt: Familienbande! Angefangen beim Festefeiern mit zum Teil 70 Personen in Gartenlauben, große Besäufnisse nach gemeinsamen Hausrenovieren. Zum Weihnachtsfest acht unterschiedliche Bescherungen, von Stockwerk zu Stockwerk... Also ich komme aus einer Großfamilie, einer Sippe, wo es so etwas gab wie Zusammenhalten, gegenseitiges Helfen, Solidarität, über bloße Freundschaft hinaus. So war es für mich eine Selbstverständlichkeit, daß diese Ordnungen der Liebe im Hause Krüger, soweit das eben möglich war, auch in diesem Hause, der Samuel- Hahnemann- Schule aufgehen konnte. Sobald die erste Möglichkeit bestand, daß heißt, es bei uns einen Bedarf gab an dem, was Arne  zu bieten hatte: erst mal als Dozent, dann als Kassierer, stellvertretender Schulleiter und dann auch als

1. Vorsitzender unseres Verbandes. Ich denke, daß gute Familienbande einfach noch einmal eine Portion bedingungsloser Verlässlichkeit, Treue und dergleichen mitbringen, die heute in dieser Zeit, wo die meisten Menschen mehr oder weniger auf ihrem EGO- Trip sind, einfach wunderbare Strukturen ermöglichen. Wobei ich denke, daß das nicht nur auf uns beide zielt, diese familiäre Struktur, sondern daß sich innerhalb der SHS eigentlich zu den meisten der Dozenten wirkliche Freundschaften entwickelt haben, daß die familiäre Struktur über die Blutsbande  hinausgeht. Wir gehen heute zum 55. Geburtstag von Maria von Heyden, die ja letztendlich an unserer Schule für Familie steht. Erste Klassensprecherin in Kurs 1, Schülerin, Lehrerin, Vorstandsmitglied, Freundin. Das nur als ein Beispiel. Dieses Haus ist letztendlich ein familiäres Haus, ein Haus, in dem Freundschaften, Gefährtenschaften entstanden sind. Und ich denke, daß diese Qualität auch das ist, was dieses Haus schon so lange, also 15 Jahre, so effektiv funktionieren läßt.

Frage:

Arne, einer für alle, alle für einen, wie bei den Musketieren, und wo bleibt die Kritik, die nötige, wenn die Familienmitglieder Mist machen? Wie kannst Du mit Deinem 8 Jahre älteren Bruder und Kollegen umgehen? 

ARNE:

Ich denke, gut. Wenn ich meine, daß sich etwas nicht rechnet oder nicht verträgt, sage ich das.

Frage: Hört er auf Dich?

ARNE:

Natürlich. Das Schöne ist, daß wir einen sehr kurzen Dienstweg haben. Das ist dann notfalls eine viertel Stunde bei Mutter nach dem Mittagstisch, sehr zur „Freude“ unserer Frauen, daß wir schon wieder über die Schule reden. D. h., dieser kurze Dienstweg ist natürlich sehr hilfreich, zum Beispiel, um sich eine extra Schulleiterkonferenz zu sparen.

Frage: ...es ist fast umgekehrt: früher warst Du als Dozent unter seiner Schulleitung, heute ist er unter Deiner Präsidentschaft tätig. Bist Du nicht jetzt gewissermaßen sein Dienstherr? 

ARNE:

Ja, nicht ganz: wir sind ja beidseitig Dienstherren. Ich bin sein stellvertretender Schulleiter, und ich bin sein Chef im FDH. Das geht aber sehr gut. Weil, unsere Grundpositionen zum Heilpraktikerberuf und zur Heilpraktikerausbildung sind einfach identisch. Und darum haben wir da keine Diskrepanzen. Und da jeder, wenn er außerhalb des FDH, innerhalb sowieso, sehr gut fürs gesamte sprechen kann, ist das eine wundervolle Arbeitsteilung. Oft können wir bei größeren Konferenzen nur einen von uns hinschicken, weil wir wissen, wie wir zu einem Thema stehen.

Und das Schöne ist, daß er da auch ein wichtiger Berater ist,  also auch für den Verbandsteil wichtiger Berater. Das hat sich also sehr schön gefügt. Und wenn kritische Punkte sind, dann können wir die klären in beiden Richtungen. Für mich ist Andreas dann letztendlich auch der Supervisor, der mich dann beiseite nimmt, wenn ich mal in einer Vorstandssitzung zu heftig war und jemanden in den Boden gestampft habe oder auch zu Dozenten oder Schülern. Das ist dann auch ein gutes Regulativ. Weil das Organisatorisch- Planerische ist natürlich aus der Sicht der Homöopathie mit einigen Mitteln verbunden, die auch mal unangenehme Züge haben können, daß man dann eben auch mal etwas rechthaberisch wird. Und da ist er ein schönes Regulativ. 

Frage:

Vor 5 Jahren, zum 10. Jubiläum der Schule, Arne schwärmten wir beide von einem „Hahnemann- Klinikum“, wir träumten von einem eigenen Haus, daraus ist nichts geworden, was ist statt dessen geworden?

ARNE:

Damals, als wir ein Haus in Karlshorst hatten, wo Andreas und ich mit Freude dahin wollten, hat keiner aus dem Haus dort hin gewollt, dann haben wir uns gedacht, dann bringt es das auch nicht, wenn nur wir zwei dort hin wollen. Inzwischen ist die Situation natürlich so, daß durch die vielen anderen Heilpraktiker- Kurzausbildungen der Markt, was die Schule angeht, enger geworden ist. Das heißt, wir haben nicht mehr die finanziellen Überschüsse, die für ein eigenes Haus, ein „Hahnemann- Klinikum“ oder so was ähnliches nötig wären. Aber ein bißchen mehr „Hahnemann- Klinikum“ haben wir ja jetzt erst gemacht. Denn wir haben ja unser Ambulatorium, was bisher einen beengten Rum in unserem Hause hatte, erweitert. Wir haben jetzt in einer anderen Praxis zwei Räume, fünf Minuten von unserem Haus entfernt, in der Mommsenstraße 55. Also ein bißchen mehr Klinik ist ja schon daraus geworden. 

Frage:

Andreas, auch vor 5 Jahren haben wir uns anläßlich des 10-jährigen Jubiläums haben wir beide uns ein bißchen herangetastet an das, was hier an der SHS inzwischen als die PROZESSORIENTIERTE HOMÖOPATHIE genannt wird.

 ANDREAS:

Noch ein Wort zu dieser Klinikidee. Ich bin ja von Hause aus eher ängstlich, größeren Expansionen gegenüber, auf alle Fälle wenn die in die Weite und ökonomisch in die finanzielle Unsicherheit gehen. Darum bin ich doch sehr zufrieden, daß unser Haus hier ökonomisch so gut dasteht, wie es dasteht.

Große Klinikideen müßten andere tragen, auch dazu hätte ich nicht das Rückrat, um mit Schulden umzugehen. 

Meine Idee ist ja eher die Erweiterung des Raumes – ich sage einmal: nach innen. Der ist preiswerter und nicht minder spannend. Ich denke, daß auf diesem Gebiet- und das ist ja der Prozeß, um den es uns geht- nicht nur Krankheiten weg zu machen mittels Homöopathie oder anderer Methoden, sondern in einen Prozeß einzutreten, wo Krankheiten überflüssig wären: durch das Heilen innerer Bilder, durch das Wiederfinden verlorener Ordnung, durch Erkenntnisprozesse, die mir helfen zu erkennen, warum ich krank bin, und was in meinem Leben anders werden muß, damit ich wieder gesund werden kann. Und dies nicht nur theoretisch, sondern Selbsterfahrung, in praxi, in der Therapie des Therapeuten, gemeinsam kochend in unserem alchimistischen Kochtopf. Dies hat sich in den letzten 5 Jahren doch immens verstärkt. Ob das die Supervisionsgruppe für die Dozenten ist, die es jetzt auch schon fast fünf Jahre gibt, ob es die regelmäßigen Supervisionen in den Klassen sind, also diese Eroberung des inneren Raumes, wie ich es nenne, das immer mehr in den eigenen Prozess des Kennenlernens, des Wandelns, des Heilerwerdens treten; dieser Prozess hat sich unwahrscheinlich vertieft, bei uns allen. Viele unserer Dozenten bilden sich gemeinsam fort, machen bei Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer eine Ausbildung in Systemischen Lösungen, orientiert am Werk Bert Hellingers. Wir werden demnächst wiederum als Erweiterung des inneren Raumes anfangen, homöopathisch- systemische Lösungen, denen wir den Namen „Ikonen der Seele“ geben werden, hier bei uns im Haus mit Interessenten  vorzustellen. Also die inneren Räume sind auf alle Fälle größer geworden, auch die äußeren real durch unser neues Ambulatorium. Das Klinik- Projekt, wie Arne sagte, das nie so ganz meins war, weil da scheue ich etwas davor zurück, hat vielleicht vor dem ökonomisch immer härter werdenden Heilpraktikermarkt eine Zurückstellung erfahren. Wobei ich das von Herzen unterstützen würde, wenn es jemanden gibt mit etwas „widdrigen“ oder „stierhaften“ Qualitäten, der so was nimmt. Meine „doppelkrebsigen“ Räume sind eher die inneren Räume, und die, da denke ich, die werden immer weiter, immer tiefer. Und hoffentlich immer heilsamer werden. 

Frage: Ihr habt es beide angesprochen: die immer härter werdenden Kämpfe auf dem Heilpraktikermarkt, ganz besonders auf dem Heilpraktikerausbildungsmarkt. Ich selber beobachte bei den mündlichen Überprüfungen zum Heilpraktiker, daß mit Sicherheit die Latte höher gelegt wurde, das Niveau der Überprüfung endlich angezogen hat, und zwar nicht nur ein wenig, sondern ganz gut, und dennoch ist der Strom von Heilpraktikeranwärtern ungebrochen, auch die Zahl derer, die letztendlich durch die härter gewordene Überprüfung kommt, nimmt nicht ab. Das heißt zweierlei: Erstens: die Attraktivität des Berufstandes hat nicht gelitten trotz des härter gewordenen Marktes, und zweitens: das Konzept, unsere Schüler so gut und so lang, wie es nötig wird, auszubilden, hat sich bewährt. Dennoch meine Frage: Bilden auch wir, die SHS nicht auch Nachwuchs aus, der gar nicht auf dem Markt Platz findet?

    

ARNE: Ich denke, wir haben eigentlich ein sehr gutes Konzept. Unsere fundierte Ausbildung in Anatomie, Pathologie, naturwissenschaftlichen Grundlagen Prüfungsvorbereitung zeigt ihren Erfolg, auch angesichts der immer schwerer werdenden Überprüfung. Die Überprüfungslatte ist höher gelegt worden, das war eine unserer Forderungen vor 5 Jahren, damit der Berufsstand nicht leidet. Wir werden im Laufe des Jahres 1999 wahrscheinlich in ganz Deutschland nur noch zwei schriftliche Überprüfungstermine haben mit der identischen Klausur. Aber auch davor muß die SHS keine Angst haben. Unsere Schüler schaffen diese hohe Anforderung, und das ist das Wichtigste: sie haben schon zwei, drei Therapien in der Tasche und müssen nicht erst, wie viele, viele andere nach der Hp- Überprüfung anfangen, dies mühsam zu erlernen. Ich bin mir sicher, daß die guten fundierten Schulen bei diesem Kampf übrig bleiben, und die anderen nicht bestehen werden. Die Schule ist aber nicht nur für die Ausbildung da. Die Schule unterstützt ja ganz wesentlich die Berufspolitik des Verbandes, daß es diesen Berufsstand weiterhin gibt. Zum Beispiel auch mit seinen vielen Rechten, die der Heilpraktiker in Deutschland hat. Wir müssen uns natürlich immer wieder auf neue Situationen einstellen. Momentan natürlich auf eine neue Bundesregierung, die Naturheilkunde zunächst einmal als etwas Positives ansieht, aber eher den reglementierenden Aspekt, also die Integration in das Kassenarztwesen sieht, was für mich die Naturheilkunde an sich nicht verträgt. Sie ist eine individuelle Therapie. Und die paßt in kein Kassensystem. 

Frage:

Laßt mich meine Sorge präzisieren, sind wir uns der Verantwortung bewußt, daß wir gute und sehr gut ausgebildete Heilpraktiker mit auf den Markt werfen, die wegen eines enger gewordenen Marktes kaum noch Chancen haben, eine Vollerwerbspraxis aufzubauen?

Müssen wir uns nicht eher auf die Fachfortbildung der Kollegen und die konzentrieren, die aus anderen medizinisch- gesundheitlichen Kreisen bei uns naturheilkundliche Therapien lernen möchten? 

ARNE:

Ich denke, das wird kommen. Es besteht die momentane Politik darin, im Sinne des Verbraucherschutzes, auch die therapeutische Tätigkeit in irgend einer Weise  zu reglementieren. Unser Verband und unsere Schule mühen sich darum, auch hier mit tätig zu sein, daß, wenn diese Reglementierung kommt, daß wir vorbereitet sind und im Sinne eines hohen Standards in der Lage sind, dem Bürger zu erkennen zu geben, ob der Heilpraktiker, den er aufsucht, auch wirklich in dieser und dieser Therapie genügend qualifiziert ist. Das wird kommen, da bereiten wir uns berufspolitisch  darauf vor.

ANDREAS:

Einmal möchte an das, was Arne gesagt hat, anknüpfen: wie gut unsere klinische Ausbildung ist, weiß ich durch die Anzahl derer, immer noch heute bei 70 % Erfolgsquote vorm Amtsarzt liegt, bei immer noch 70-80 % Mißerfolg im Vergleich mit den anderen Heilpraktikeranwärtern. Diese Tatsache wird letztendlich dazu führen, daß zwei, drei größere Schulen am Markt das Rennen machen werden. Von den zwei großen Schulen, IfP und uns, die „Hahnemanns“ kann man sagen, wenn man da hingeht, ist – bei Fleiß und Anwesenheit fast garantiert, daß man die Prüfung besteht.

Das andere, und darauf lege ich Wert ist: wir bilden Heilpraktiker aus BIS ZUR PRAXISREIFE. Und da möchte ich Deine Frage aufgreifen. Was heißt Praxisreife? Und was heißt, machen wir uns damit nicht selbst Konkurrenz? Auf einer Ebene natürlich ... Wenn ich angucke, wieviel Erstanamnesen ich vor 10 Jahren hatte und ich sehe, wieviel Erstanamnese ich jetzt habe, muß ich sagen, da gab es einen gewissen Rückgang. Natürlich mache ich mir mit meinem Tun an unserer Schule selbst Konkurrenz. Daß ich mein Patientenklientel letztendlich gehalten habe und ich keine Einbrüche habe, liegt einfach daran, daß ich in den 17 Jahren Praxis so viele Patienten habe anschauen dürfen, daß ich aus diesem Patientenpool heraus immer noch Arbeit genug habe. Also, die Patientenmenge ist gleich geblieben, aber ich merke, die Erstanamnesen gehen etwas zurück, halten sich jetzt so, gut. Aber das ist auch nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist, und da denke ich, habe ich ein ganz gutes Gewissen, weil ich sonst auch keine Heilpraktiker ausbilden könnte, daß derjenige, der an unserer Schule war, der über alle Überprüfung hinaus das ergriffen hat, was das Credo dieser Schule ist, nämlich den EIGENEN PROZESS; wird mehr sein als jeder Arzt für Naturheilkunde, wird sogar mehr sein als jeder homöopathisch ausgebildete Arzt, weil, all diese Ausbildungen sind mehr oder minder handwerkliche Ausbildungen und schließen, soweit es mir bekannt ist, den Aspekt des wirklich „Heilerwerdens“ im besten ökosophischen altgriechischen, ägyptischen Sinn, der Heiler immer auch ein priesterischer Mensch, einer, der durch seine eigene Katharsis gegangen ist, ein Mensch der um Sorge um seine Seele zum Seelsorger geworden ist, aus. Also diese einzigartige Mischung in einem Heilpraktiker von Heilkünstler, aber sich auch um die Seele Sorgender bis hin zu gewissen priesterlichen Asketen seines Tuns, ich denke, es ist diese Kombination, an der wir hier an diesem hause arbeiten, ist es, die man in keiner ärztlichen Ausbildung findet, in keiner psychotherapeutischen Ausbildung und schon gar nicht in einer theologischen Ausbildung. Also wir versuchen, und ich denke, es gelingt auch an diesem Hause eine Synthese, ein Zurück zu den Wurzeln unseres Heiler Seins zu finden, wo ich mich frage, ob die Kollegen „einen Sprung in der Schüssel haben“, wenn sie im Grunde eine Berufsbezeichung ‚Homöopath‘ oder ‚Chiropraktiker‘ oder ‚Akupunkteur‘ zu erlangen suchen. Das ist ein Sich- minimieren. Auch ich würde lieber die Berufsbezeichnung ‚Heilkünstler‘ als Heilpraktiker führen, weil ich nicht nur ein Praktiker bin. Aber zu sagen , ich bin nur ‚Homöopath‘ oder nur ‚Akupunkteur‘ schließt für mich den seelsorgerischen, den psychotherapeutischen , theologischen, allgemeinen naturheilkundlichen Aspekt völlig aus, und das führt berufspolitisch und ökonomisch in eine Sackgasse. Also von der Seite her können wir sagen, daß dieses Haus, diese Samuel- Hahnemann- Schule wirklich etwas Einzigartiges ist, ohne hochmütig zu sein. Weil...ich kenne keinen anderen Raum, keinen anderen Platz in diesem Lande, wo wirklich diese Ganzheitlichkeit, diese Heiler- Ausbildung, diese Ausbildung zum Heilkünstler, so praktiziert wird wie an diesem Hause. Und die, die sich auf DIESES EINLASSEN, eingelassen haben, von denen , die bei uns Schüler waren, die heute längst schon in der eigenen Praxis sind, die haben Vollerwerbspraxen.

Und ich garantiere auch für die nächsten 15 Jahre jedem, der sich auf dieses Konzept einläßt, eine Vollerwerbspraxis. Wer nur Homöopath, wer nur Chiropraktiker, wer nur Ohr- Akupunkteur werden will, und unsere Wurzeln vergißt, für den garantiere ich nichts. Hinter dem kann ich nicht stehen.

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