“Eine kleine Medorrhinum-Geschichte mit Andreas”
oder ein Loblied auf unseren Lehrer oder ein Tag im Leben von Andreas Krüger oder
eine Geschichte von & für Homöopathen (Lernhilfe Smits)
Viele kleinere & auch größere Übertreibungen - wie sie ja („wer hätte es erwartet?“) ohnehin schon zum Mittelbild gehören - dienen zum leichteren Aufnehmen des Mittels & tragen zum besseren Verstehen bei. Denn je stärker & skurriler die verankerten Bilder sind, desto schneller und leichter lässt sich das Mittel wortwörtlich lernen.
Natürlich sind alle Ähnlich- oder Unähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig!
[Die orange Hervorhebungen sind Original Smits-Eintragungen.]
Medorrhinum
KURZFORMEL: MED
IDEE, ESSENZ
Es war einmal der liebe Andreas, der zu Annie Sprinkle in die Ufa-Fabrik ging & zu seinem Entsetzen, „sprenkelte“ es dort nur so: Beschwerden durch unterdrückte Gonorrhö.
ERSCHEINUNG
GEIST, GEMÜT
Als er wieder zuhause ist, legt er sich erst mal hin & träumt, er sei in der Schule. In der Klasse angelangt, ist er gedächtnisschwach
für Eigennamen (die Namen der Schüler), & leider auch noch für seinen eigenen Namen
und auch für was er gelesen, gesagt, gerade gedacht hat
für Wörter (Andreas schnipst mit den Fingern, aber er kommt nicht auf dieses eine Wort; aus den Schülerreihen wird ihm gerne ausgeholfen).
Auf seinem Rednerpult, hinter dem er mit seinem geliebten & fast nur für ihn reservierten „Hochstuhl“ sitzt, hat er zwei große Wollknäuel zu liegen, allerdings er
verliert beim Reden ständig den Faden & die Wolle enträufelt sich auf den Boden.
Er berichtet seinem Kurs 19, dass er verwirrt über die eigene Identität (1) ist, ist er Doppelkrebs oder doch Shingis-Khan? Es ist seine Wahnidee: wie in einem Traum sich zu fühlen [„wieso Wahnidee, er träumt doch wirklich gerade!“], jedenfalls nimmt er die Klasse in einer Trance mit in den Traum-Raum, eine große Kirche, wo alles(!) heilt: religiöse Wahnideen.
Hier channelt er sehr hellsichtig für alle Schüler; und wir dürfen Zeuge seiner außerkörperlichen Erlebnisse sein (sein Geist schwebt in Form einer kleinen Wolke zum Kirchenrunddach empor); manche Schüler sagen „alles erscheint unwirklich“; und gewohnte Dinge (wie die Stühle dort in der Kapelle) erscheinen fremd (1).
Mit ANWANDLUNGEN RELIGIÖSER ÜBERGENAUIGKEIT erklärt Andreas, wie der Kurs 19 einen Parcours aus mit dem Namen Gottes beschrifteten Steinplatten zu begehen hat und ganz ABERGLÄUBISCH meint er, dass dabei kein einziger Fehler passieren dürfe.
Diese ganze Geschichte macht ihm aber auch Gewissensbisse (2), sind seine Anforderungen vielleicht zu hoch?
Der Priester kommt & macht sich selbst oder anderen (Andreas) Vorwürfe, denn er überlegt, ob es in Ordnung war, seine Kirche für unsere spirituellen Übungen zur Verfügung zu stellen.
Andreas kommt jetzt in GEWISSENSNOT (als ob eines Verbrechens schuldig), denn eventuell sind wir der Aufgabe nicht gewachsen & etwas Schlimmes, der Einsturz der Kirche durch das falsche Betreten der Platten mit den Gottesnamen, könnte sich ereignen.
Er hat eine VORAHNUNG DES TODES & hat Angst um seine Klasse.
Er sieht den Einsturz & versucht seinen geliebten Kurs 19, den Sonnenkurs, durch kontinuierliches Wegtragen der schweren Steinmassen zu retten. So wacht er morgens schwermütig auf.
Endlich ist er wieder wach, aber die Geschichte hat ihn so mitgenommen, dass er am Frühstückstisch abwechselnd sehr verschlossen und sehr offen ist.
Dann hat er natürlich(!) viel EILE PÜNKTLICH anzukommen, denn schließlich möchte er zur Schule nicht zu spät kommen (heute ist Mittwoch, sein Homöopathie-Tag); er hat einen Ruf zu verteidigen („er ist in seinen 20 Jahren nur einmal 2 MINUTEN zu spät gekommen“), daher ist er jetzt auch ungeduldig in Nebensächlichkeiten (2) & kann nicht jeden auf der Straße grüßen, wie es sonst seine Gewohnheit ist.
Gleich vorne beim Reinkommen in die Schule, auf dem Schrank links, steht sein Riesenpokal, denn „at work, he first drink a little alcohol“: er ist eben ein echter WORKAHOLIC.
Und da er LEIDENSCHAFTLICH ist & seine Schule liebt, geht er gleich zu Irmgard & diktiert noch vor dem Unterricht eine seiner berühmten Schwarmtrommeln.
Zu diesem Behufe geht er in extreme Zustände, (mithilfe einer Steigleiter klimmt er mit seinen Füßen zur Decke hinauf und hängt sich dort in 2 Eisenhaken ein, so dass er jetzt fledermausartig verkehrt herum neben dem Schreibtisch von Irmi von der Decke hängt).
Heute beschreibt er als erstes leidenschaftliche Beziehungen (DD Iyc, plat: seicht), die er bei manchem Mittel (z.B. Hyos) schon andeutete, aber nun ‚hier & heute’, ‚schwarz auf weiß’ will er sich ergießen...
Sogar über unkontrollierbare Sexualität mit seiner Frau im Haus seiner Schwiegereltern (welche ein wildes Gefühl im Kopf hinterlassen hat) berichtet er.
Dadurch löst er bei Irmgard eine LEBHAFTE SPRACHE aus,
sie ist völlig kommunikativ geworden und sie beteiligt sich, indem sie inzwischen selbsttätig den Brief zuende schreibt! Damit hat Andreas nicht gerechnet, - aber - das ist ein Thema für die Supervision, wo er auch sogleich hineilt!
Dort WEINT er beim Erzählen der Symptome; und als er ein Taschentuch angereicht bekommt, kann er trotzdem nicht sprechen ohne zu weinen.
Zu seinem großen Erstaunen fängt allerdings seine Supervisorin völlig geschwätzig zu sprechen an, und wird noch übertrieben gefühlsselig (weint) nach Alkoholgenuss (DD nat-rn), als sie gerade eine Flasche Champagner aus der Küche holt.
Aber Andreas, sanft wie er ist, hat ein HERZ AUS GOLD,
ist MITFÜHLEND & tröstet sie.
Will er seine Erfahrung von vorhin mit Irmi transformieren, dann soll er seinen Großmut zeigen; dazu zündet sie ihm mitten im Praxisraum ein Feuer an: und er geht für Andere durchs Feuer!
Wieder an der Schule angekommen, sieht er Arne, der extrem TIERLlEB (DD carc, aeth), ein Kamel von der Straße mit rauf gebracht hat, was dort für ein paar Spenden den ganzen Tag frieren sollte. Aber Andreas sagt: „Das Kamel, das bleibt nicht hier.., wer soll denn den Kamelmist fegen?“ und - ODER so - ist er manchmal grausam mit ihnen.
Dann kommt Nicole mit einer wunderschönen Blumenschale ins Büro & Andreas ist sogleich sehr empfänglich für SCHÖNHEIT (ihre), für hübsche Dinge (die Schale) - NATUR (er schaut verträumt in den Baum vor dem Bürofenster), Blumen (in der Schale)(DD staph).
Das macht ihn HOCHGRADIG SINNLICH & er denkt - einmal mehr - an „seine“ Bonobos, die hypersexuell sind.
Nun endlich(!) ist es Zeit für den Unterricht zu Medorrhinum!!!
Als erstes trägt Andreas einen seiner interessanten Fälle vor, wo ein junger Mann
DROGENABHÄNGIG ist mit Zusammenbruch in Orientierungslosigkeit von Raum und Zeit. Er fragte Andreas während der Anamnese ständig, wo er sei & wie spät es wäre.
Dieser junge Mann war ein ausgesprochener NACHTMENSCH, dem es >:ABENDS besser ging.
Tags KAUT er NÄGEL bis es blutet, bis aufs Fleisch, und sind seine
BEINE UND FÜßE SEHR RUHELOS (DD zinc), weil er in Gedanken schon längst in die Diskothek gehen möchte. Noch nicht mal ein Mittagschläfchen kann er halten, denn er ist
schlaflos durch Unruhe der Beine. Deshalb
streckt er immer einen Fuß aus dem Bett, um ja nicht zu vergessen, abends auf seine übliche Tour loszugehen. Nach Mittelgabe war er viel ruhiger geworden & bedankte sich sehr bei Andreas.
Und auch an einem zweiten Fall lässt Andreas uns noch teilhaben. Er berichtet, dass eine Schülerin nach Ablauf der 3. Jahre mit ihm essen gehen wollte. Natürlich freute er sich, aber er hatte auch ein wenig Angst in ERWARTUNG einer Verabredung. Was sollen sie sich wohl den ganzen Abend unterhalten...?
Aber - ein Glück - die ehemalige Schülerin hat eine lange Liste mit Erzählstoff bei: Andreas ist erleichtert. Unter anderem berichtet sie ihm von ihrer
FURCHT:
Sie hat Angst vor Geisteskrankheit, denn sie arbeitet auf einem Jahrmarkt & dort trifft sie auf viele Leute, die ihr den Geist verwirren.
Auch hat sie Angst vor UNGLÜCK (4), dass ETWAS PASSIEREN werde (4), denn sie betreibt ein Kettenkarussell & denkt oft an einen Unfall. Sie denkt dann, dass sie in der Gefahr steht
in einer Menschenmenge, einen Anfall zu haben, Aufsehen zu erregen!
Ja, und ansonsten hat sie Furcht, allein irgendwohin zu gehen (DD ars, arg-n) & das war ja auch der Grund, dass sie lieber mit Andreas essen gehen wollte & nicht allein.
Derlei quere Gedanken können sich natürlich auch übertragen & so hat Andreas beim Nachhausegehen die Wahnidee
jemand sei hinter ihm. Seine Idee ist,
dass er nachts verfolgt werde (1). Könnte es nicht diese Schülerin sein, die ihm hinterher geht?
GEFÜHLE
Nachdem Andreas sich gefühlsmäßig von dem Bericht dieses zweiten Falles erholt hat,
nimmt er wieder eine seiner geliebten Gesten auf, er ankert sich den guten
Zallmann Schachter, und schabt sich beständig die Kehle mit erhobener Nase
(„oh, die Nase friert ein wenig da oben!“).An diesem Medorrhinum-Tag feiern wir ein kleines Hawai-Fest & alle sollten dazu barfuß kommen. Nur Andreas
geht auf den Fußseiten oder kann wegen empfindlicher Fußsohlen nicht barfuß gehen, sind die Fußsohlen doch noch so empfindlich wegen dem mutigen Gang durchs Feuer bei seiner Supervisorin.
Das hawaianische Essen schmeckt ihm wunderbar, so dass er deftigen
Heißhunger kurz nach dem Essen entwickelt.
Ein unerträgliches Kältegefühl der Nase will nicht mehr weichen, solange er die Kehle schabt.
KÖRPER
Natürlich weiß Andreas die Körpersymptome zum Mittel & stellt uns einige vor. Medorrhinum kann APHTEN & HERPES LABIALIS haben.
Auch an der HAUT ist dieser Mensch empfindlich.
Und muss gar Jucken, muss kratzen, bis es blutet. Ja, und die Fußsohlen...
Psoriasis der Handflächen und Fußsohlen (DD cor-r).
Und weiter berichtet er von sich, so ein ordentlicher HUSTEN, der ist auch mal drin, dabei
liegt er dann auf dem Gesicht.
Und die Empfindung, als ob er nicht tief genug husten könne, um den Schleim herauszubringen, die quält ihn sehr. Zu allem Überfluss, nun hat er auch noch ein
Rasseln, wo er doch fast täglich rasselnd unterwegs ist, um seine Patienten ganz charmant auf schamanisch auf eine Reise zu führen.
Mit dem ASTHMA, da hatte er noch nie Probleme, wenn überhaupt, dann wünscht er sich die
schwierige Atmung, denn er möchte gefächelt werden (2) - das ist sein Traum.
Wie Andreas so weiter über Medorrhinum erzählt, fragt ein Schüler, ob
. RHEUMATISCHE Beschwerden durch unterdrückte Gonorrhö (3) (DD thuj) auch zum Mittelbild gehören.
Aber ja, natürlich, sogar ganz hartnäckig; <: Schmerz tagsüber.
Wichtig scheint hier noch, dass es den Medorrhiniker manchmal recht schwer trifft, lehnt
er sich doch oftmals „zu weit aus dem Fenster“:Obstipation, muss sich zum Stuhlgang weit zurücklehnen (2)!
Jemand fragt nach den Gelüsten von Andreas & dieser gibt gern Auskunft, denn seine Schüler sollen dieses Mittel mit allem, was da ist, verstehen. Seine Verlangen: ORANGEN, GRÜNE ÄPFEL, SAFTIGES OBST, ZITRONEN (3), SÜß UND SALZIG, Likör (süß), Bier, Whisky, Eis, Schokolade, Kartoffeln, Salziges, Säuerliches, Saures, Süßes, Eiscreme, besonders Wassereis, rohe Zwiebeln, warme oder kalte Getränke werden von dem angebotenen Essen voll befriedigt. Allerdings hat er gegen die Austern eine
Abneigung: schleimiges Essen (DD nat-m). Er wird doch nicht seine Brüder, aus denen das ihm sehr liebe Mittel Calcium hergestellt wird, essen. Er zeigt mit
SCHWELLUNGEN DER KNÖCHEL (3), ÖDEMATÖSen (3) Fingern auf die Austern & ruft „iih“!
Es geht ihm nun mal schlechter <:
bei Sonnenauf- bis -untergang, also tags.
Den Hula-Hula auf dem Balkon muss er ablehnen, da NASSKALTES WETTER ihm nicht gut tut, (3) ABER besser ist nasses Wetter.
Da er schon bei Herannahen oder während eines Unwetters sich nicht wohl fühlt, wird auf keinen Fall heute auf dem Balkon getanzt.
Zudem ist es ihm schon schlechter beim Denken an die Beschwerden (3) der Nachbarn, die ‚Nackttänzer’ nicht so gern auf Balkonen in Charlottenburg sehen..
Und ach, oh Graus, auch Irmi bringt noch schlechte Nachrichten (2), tatsächlich hagelte es Beschwerden über einen aus der Schule entweichenden Rauch, der den Duft von Marihuana trägt und doch nur zeigt, dass es Moxer-Spezialisten an der Schule gibt.
Aber was können wir tun, unseren lieben Lehrer aufzuheitern? Schon durch diese Frage geht es sogleich besser >:, denn er berichtet voller Inbrunst über seinen letzten Urlaub in Griechenland:
ABENDS am Strand mit der
SEELUFT in der Nase, auch ein bisschen Regen darf sein: NASSES WETTER (3), und (bitte) eine Massage in
Bauchlage, besonders bei Atembeschwerden tut ihm sehr gut.
Kinder
Als Kind da können wir uns ihn so niedlich vorstellen:
zieht die Schuhe der Mutter an (auch jetzt noch bewahrt er rote Hackenschuhe in seinem Büro auf. Gut, dass er früh geübt hat, darauf zu laufen!)
Sehr süß ist die Vorstellung, dass er sich sehr unsicher fühlt so als noch kleiner Geist & daher: hat ein (Spielzeug-)Tier eng bei sich, heutzutage da sind’s gleich ein paar mehr geworden. Unzählige Krafttiere verteidigen ihn & sein Reich!
Auch früher schon: NIE AGGRESSIV (Panik vor Streit und Auseinandersetzung, Zettelchen noch vor dem Schlafen für die Mutter, damit „sie ihm wieder gut“ ist),
nachts VERSPIELT hält der kleine Andreas die ganze Familie auf Trab.
Im Schlaf Kopfrollen (2), hatte er damals auch schon so lebendige & prophetische Träume wie heute?
Und, was soll ich sagen, natürlich erlebt Andreas auch noch andere Tage, aber das ist
eine andere Geschichte und auch ein anderes homöopathisches Mittel...
eine Geschichte von Sarie Abdul