Ikonen der Seele!
Homöopathisch- systemische, Lösungs- und Ressourcen orientierte Systemaufstellung
oder
die leere Mitte fühlt sich leicht an
ein Interview mit Hp ANDREAS KRÜGER
von Marion Rausch
Frage:
In seinem Buch „Ordnungen der Liebe sagt Bert Hellinger: „Wer nicht bereit ist, sich mit einem persönlichen Risiko als Gegenüber zu stellen, der hemmt das Intime“. Ich eröffne unser diesmaliges Gespräch intim, allein, weil ich Dich nicht mehr so ohne weiteres zum Systemischen Arbeiten befragen kann, Andreas, weil ich selber bereit war, bereit bin, durch persönliche Not, ins Intime zu steigen. Ich habe mich gestellt. Ich bat Dich und die Supervisionsgruppe unserer Schule um Hilfe. Du hast mich aufgestellt. Ich möchte diese Aufstellen. nun mit Dir noch einmal beschauen, um alles weitere darauf aufzubauen, ja?
Also ich erzählt Dir von meinen abermaligen heftigen Bauchkrämpfen, und dann auch von einer Vision, die ich unter solch einem Bauchkrampf hatte: nämlich, dass eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger auf einen hochschwangeren Bauch tippt, bedrohlich, und er Bauch sagt: ich will das nicht. Dass mein Bauch irgend etwas mit meiner Mutter zu tun haben muss, ahnte ich, aber was? Ich suchte, noch bevor Du mich aufstelltest, in meiner Erinnerung nach dem Schicksalen in meiner mütterlichen Linie, wo es viel Tod, Verstrickung und auch Schuld und Schuldübernahme gibt. Und dachte, oh je, das kann ja heiter werden, wenn ich da aufstellen lasse. Du aber machtest dann in der Aufstellung was ganz anders.
KRÜGER:
Also, wenn es etwas gibt, was ich in den Jahren der Arbeit mit systemischen Feldern gelernt und erfahren habe, ist es, dass die Wahrheit im Feld liegt. Oft weit über unsere individuelle Vorstellung hinaus. Und wenn ich mich einem Patienten stelle, versuche ich mich –im besten Sinne des Wortes- mich leer zu machen von eigenen Vorstellungen. Die eigene Vorstellung hemmt jede systemische Arbeit. Man kann Aufstellungen nicht LEITEN, denn wer leitet, ist im KLEINEN ICH. Und das KLEINE ICH findet keine Lösung. Lösungen findet das GROSSE ICH. Und das große Ich ist ÜBERPERSONAL. Das heißt, wenn Du kommst und mir Deine Geschichte erzählst, versuche ich alle meine Vorstellungen von Dir, Deiner Geschichte, und vielleicht die dieser Geschichte zugrunde liegenden Äthiologie zu vergessen und versuche mich leer zu machen in dieser Mitte, um das, was an Deiner Geschichte wahr ist, in dieser Mitte zu spüren. Nicht ich spüre das, sondern diese Mitte spürt es. Und als Du mir diesen Traum erzähltest, diese Vision erzähltest, wo Du oder irgend etwas auf einen Bauch deutet und sagt: das will ich nicht, hat mich getroffen; das Wort und die Wahrheit: das will ich nicht. ICH WILL NICHT DIESEN BAUCH. Und Bauch ist für mich ja erst mal Inbegriff des Mütterlichen. Also wenn jemand mir sagt: ich will meinen Bauch nicht und ganz im Hintergrund weiß ich vielleicht, dass jemand, der das sagt, einem schlimmen Bauch hat, einen Bauch, der ihm weh tut, einen Bauch, der Beschwerden macht, einen Bauch, der sich verkrampft, ein Bauch, der eben nicht leer und frei ist, und ich dann noch weiß, ganz im Hintergrund, diesem Menschen hat man in seinem Bauch Schlimmes getan, man hat ihn operiert. Man hat ihm, gerade, wenn dieser Mensch Frau ist, mit seiner Gebärmutter das Zentralste herausgenommen, den URRAUM, dann sehe ich, dass es hier um ein Defizit geht an UR. Und von Dir habe ich gelernt, dass die Silbe UR immer die MUTTER ist. Und dann frage ich mich, wie kann ein solches Defizit entstanden sein? Ich höre UR. Ich höre MUTTER . Ich höre: es darf nicht sein. Und ganz entfernt weiß ich, eine GEBÄRMUTTER DURFTE NICHT sein. Darum ist sie krank geworden, darum musste die Gebärmutter entfernt werden und so weiter. Und darum leidet diese Person, in dem Fall Du selber unter den Folgen eines MUTTERVERBOTES. Du hast dieses Zentrum geopfert. Du hast Deine Mütterlichkeit geopfert. Nach dieser Operation: Du kannst, das ist klar, nie mehr Mutter werden. Und ich frage, warum hat diese Frau das geopfert? Und ich gehe in diese Aufstellung allein mit dem Bild: MUTTER. Eine wie auch immer gestörte Bewegung zur Mutter, zum URGRUND hin. Und ich weiß, dass wir diese Hinbewegung zur Mutter nicht aus Jux und Tollerei tun. Es gibt keine Tochter, die ihre Mutter nicht nehmen kann aus sich selbst heraus. Weil die Mutter nehmen, sich zum Urgrund hinbewegen so was ist wie moralfreie archetypische Bewegung. Das hat was zu tun mit dem Fließen eines Stromes. Und das Fließen eines Stromes ist nicht gut oder schlecht. Er will fließen. Also wenn Du als Kind und Tochter Deiner Mutter Deine Mutter nehmen willst, nimmst Du sie, oder etwas stimmt in der Steckdose der Mutter nicht. Das heißt, wenn eine Frau ein Mutterproblem hat, dann kann es akut an der Mutter selbst liegen, aber es muss in der Linie der Mutter eine Störung bestehen. Und darum war das erste, was ich bei Dir bedachte, zu gucken, wie ist denn die Hinbewegung Deiner Mutter zu ihrer Mutter. Und da sahen wir ja auch gleich die starke Störung der Hinbewegung Deiner Mutter zu ihrer Mutter. Und wir sahen, das im akuten Gegenwartssystem, also zwischen Dir und deiner Mutter nichts ging, bis zu dem Moment, von PLATIN unterstützt, wo Deine Mutter endlich ihre Mutter nehmen konnte. In dem Moment, wo Deine Mutter also ihre Mutter nehmen konnte, konntest auch Du deine Mutter nehmen und Deine Gebärmutter, die wie als Symbol der nicht genommenen Mutter geopfert worden war, konnte dann wieder zu Dir kommen. In dem Moment gings auch Deiner Gebärmutter besser, die ja von Dir völlig isoliert von Dir aufgestellt worden war. Auch dem Wunder ging es besser. Und das gelöste Bild zeigt auch, jetzt ist diese Gebärmutter- zumindest geistig- wieder bei Dir. Und nachdem Du dann Deine Gebärmutter, Deine Mutter, sie ihre Mutter, ihr also Eure Urgründe wieder genommen habt, war es dann auch möglich, mittels des mütterlichsten Mittels in der Homöopathie, der URMUTTER PULSATILLA, zu sehen, und dann auf den Weg zu gehen zum Wunder: das wohl so was wie ruhiges Glück hieß. Das ruhige Glück konnte genommen werden, nachdem alles im Bereich von Mutter endlich genommen war.
Frage:
Das verblüffendste für mich waren zwei Dinge. Erstens, dass ich meine Gebärmutter ganz dicht an meine Mutter gestellt hatte, und das andere: das mich völlig irritiert hatte: meine Mutter selber hatte es schwer, mich anzunehmen
Krüger:
Ja, keine Frage, was nicht genommen wurde, kann nicht weitergegeben werden. Eine Steckdose, die keinen Strom hat, weil ihr Stromzubringer unterbrochen ist, kann keinen Strom an die Tochter weiterleiten. D.h, es musste dieser unterbrochene mütterliche Stromfluss erst mal geheilt werden, so dass Du Dich an den Stromfluss Deiner Mutter anschließen konntest, und nicht mehr ihr Dein mütterliches de facto opfern musstest, um sie in ihrem defizitären Muttersein zu unterstützen. Und das ist der Irrtum der Seele, dass die manchmal aus LIEBE denkt: ich opfere lieber was, ich gehe ins Leid, gehe in die Krankheit und damit tue ich meiner Mutter was GUTES. Das funktioniert schlichtweg nicht. Die Felder wollen unsere Opfer nicht, sie wollen unser Glück, unsere Ganzheit, sie wollen, dass wir sie nehmen. Aber wenn’s eine Störung gibt, dann fließt nichts, was wir dann nehmen können. Also das war für mich die Lösung dieses Bildes, und damit die Lösung dieses Feldes, aber eben nicht weil ich die Vorstellung hatte, so muss es sein.
Das ist ja das Schöne am System: das kleine Ich hat Vorstellungen, das kleine Ich hat Lösungsideen. Aber die wirkliche Lösung ist allein im Feld zu finden, im großen Ich, und nur in dem Moment, wo sich der Therapeut von diesem kleinen Ich leer denkt und in seiner Mitte zum Gefäß wird, damit die Lösung des großen Ichs hineinfließen kann. Und die Lösung des großen Ichs war: Mutter nehmen, Mutter nehmen, Mutter nehmen. Und in dem Moment auch wider meine Gebärmutter nehmen.
Frage:
Es war für mich so überraschend zu SEHEN, das ich meiner Mutter meine Gebärmutter gegeben habe: so als ein hilfloses Angebot: Mutter, nimm mich doch!
KRÜGER:
Wenn Du schon nicht deine Mutter genommen hast, Mutti, dann nimm wenigstens meine GEBÄR- MUTTER. Ich opfere mich und meine Mütterlichkeit, um Dein Defizit an Mütterlichkeit zu kompensieren. Das war die Botschaft des Feldes.
Frage:
Andreas, es nährt sich langsam ...
Krüger:
Wenn die Mutter genommen ist, kann Nährung eintreten.
Frage:
Du hast vor Jahren viel eher begriffen als viele von uns, einschließlich mir selber, was für ein therapeutisches Pfund mit Bert Hellinger in Deine Praxis, in Deiner ganzen Arbeit gekommen ist. Du hast ihn viele eher als wir genommen, den Bert. War es auch für schwer, dieses Pfund anzunehmen, damals vor drei, vier Jahren?
Krüger:
Also, es ist viel, viel leichter geworden. Weil die gute Lösung sich immer leicht anfühlt. Wenn es nach einer eventuellen Lösung noch schwer ist, war die Lösung keine Lösung.
ES ist mächtiger geworden, mächtiger, weil das Wissen, die Gesetzlichkeiten, das Handwerkszeug, das uns Meister Hellinger in die Hand gibt, einfach was ganz wunderbares sind. Man muss die Situation verstehen, in der Hellinger in mein Leben getreten ist. Diese Situation war gezeichnet durch zwei Dinge: ich hatte damals 14 Jahre lang eine homöopathische Praxis, die schon lange durchdrungen war von der Idee des Prozesses. Es war eine Zeit vor Hellinger, vor Orban, vor M. Varga von Kibed. Diese drei wichtigen Wurzellamas meines Weges waren damals noch nicht in mein Leben getreten. Ich war an einem Punkt, wo ich dachte, Homöopathie ist etwas, was ich halbwegs beherrsche. (Hellinger hat mich aufgeklärt, man kann die Homöopathie , wie alle Wahrheiten, nicht beherrschen, aber man kann sich von ihr beherrschen lassen, man kann zur Marionette des Feldes werden). Wo das kleine Ich ist, ergreift keine Kraft den Menschen wirklich. Und ich hatte ein Gefühl, du kannst zwar was mit der Homöopathie, aber du kannst auch etwas nicht. Ich muss wohl damit leben, nur jedem zweiten wirklich helfen zu können. Ich muss also damit leben, die Ursache des Unheilbleibens einiger Patienten und die Ursache für deren Nichtwandeln können, ewig ein Geheimnis bleiben wird. Das war der eine Punkt. Der zweite Punkt ist der: ich war ja 14 Jahre nicht nur Heilpraktiker, ich war ja auch 14 Jahre lang Lehrer und Schulleiter, und in meinem Schullehrersein war ich an einen Punkt gekommen, wo es in unserem Hause Konflikte gab mit Schülern, mit dem System SHS an sich, und ich wie machtlos vor diesen Konflikten stand. Ich ahnte, dass diese Machtlosigkeit etwas mit meiner eigenen Machtlosigkeit zu tun hat (ich würde heute sagen: mit meiner eigenen Vaterlosigkeit). Ich kann einem Hause kein Vater sein, wenn ich nicht meine eigene väterliche Linie genommen habe. So wie die Hingabe durch die mütterliche Linie kommt, kommt die Mächtigkeit, gerade für mich als Mann und Schulleiter, als Übervater eines Hauses, eines Stammes , durch meine männliche Linie.
Aber wie alles Gute, Mächtige in meinem Leben, war es wieder eine Frau, die mich auf diesen Weg führte: nämlich meine eigene hochverehrte liebe Frau, die Hellingers Buch „Ordnungen der Liebe“ las. Lesen ist der falsche Begriff, sie durchkämpfte dieses Buch, wie es wahrscheinlich jede Frau durchkämpft, die aus einem halbwegs feministischen Hintergrund kommt. Also kämpfte und litt ich mit meiner Frau mit, parallel rang ich um Mächtigkeit hier an meiner Schule (Lac canninum war dann das Hellinger-spezifische Mittel, was ich damals eingenommen habe, mit der Lösung: Ordnung durch Hierarchie, ein Mittel für vaterlose bundesrepublikanische junge Männer). Da ging ich in die URANIA und sah dort zum ersten Mal Hellinger: einen sehr einfachen, sehr stillen, aber unwahrscheinlich wesensmächtigen Mann, auf einer Bühne, in einem Feld mit Leuten, die sich ihm anvertraut hatten. Im besten Orban'schen Sinne sah ich einen Gesetzgeber, steinböckisch durch und durch, der mit leiser Stimme, aber mit einer unendlichen Präsenz aus scheinbar chaotisch unheilen Bildern heile Bilder formte. Ich war hin und hergeworfen von: „So kann man das doch nicht sagen!“, bis hin zu, aus meiner tiefsten Seele kommenden „Jaaaa!“. Und als ich diese vier Tage Hellinger hinter mir hatte war mir klar, dass ich hier bei etwas beiwohnen durfte, was mir bisher wie nichts anderes Gesetzmäßigkeiten von Systemen, Gesetzmäßigkeiten von Stämmen, Gesetzmäßigkeiten von Ordnungen der Liebe offenbart hat. Mir wurde auf einmal klar, dass ein Großteil meiner Patienten, denen ich nicht helfen konnte, (inklusive mir in meiner damaligen Hilflosigkeit) nicht primär an individuellen Problemen litten, sondern darunter, dass in dem System, in dem sie sich bewegen, Ordnungen nicht intakt sind. Dass Hinbewegungen nicht in Takt sind, dass Schuld getragen wird, die nicht die eigene ist. Dass Leid übernommen wurde aus Liebe für andere, was aber nicht dahin gehörte, wo es im Augenblick war. Dass Steckdosen nicht gesteckt waren, die gesteckt werden müssen, damit Primärströme fließen können. Ich erlebte die fast sakrale Kraft von genommenen familiären Linien. Ich erlebte die tief heilenden Gesten und Rituale des Verbeugens, tiefer heilend als jede Therapie. Ich erlebte Hellingers heilende Sätze, selber Rituale schon, die Kraft und Mächtigkeit ausstrahlen.
Frage:
Warum stellt der Patient ein für uns alle erfahrbares Bild seiner Familienproblematik, für jeden sofort im GESTELLTEN BILD SICHTBAR, in wenigen Minuten auf, wozu wir Therapeuten Stunden, Monate, ja manchmal Jahre brauchen, um hinter Familiendynamiken zu kommen? Hellinger, der auch mit dieser Frage konfrontiert worden war, sagt auf seine recht apodiktische Art: Das ist eben so! Was sagt Du dazu?
KRÜGER:
Also, als Homöopath und Doppelkrebs bin ich ja ein bildhafter Mensch. Mein Leben ist von Bildern bestimmt worden. Und was ich als Homöopath versuche zu erlernen, zu erfahren, sind ARZNEIMITTELBILDER. Die Bilder eines Stoffes, die Bilder eines Themas, eines Menschen und seiner Probleme. Und in der Anamnese nehme ich ja ein Bild auf. Ich nehme das Bild der Störung auf. Der Patient offenbart es mir in der Ganzheit seiner Symptome. Und dieses Bild des Patienten, seiner gestörten Ordnung, vergleiche ich mit den Bildern meiner Arzneien, von denen ich ja- auch ohne Hellinger- weiß, dass es Ideen des heilen Bildes gibt. Ich weiß also nicht nur, wie der kranke Calciumpatient aussieht, ich habe auch ein Bild von einem gesunden Calciumpatienten. Was der Patient aufstellt, ist SEIN BILD, was erst mal nichts mit der Realität zu tun hat. Aber er wird ja nicht an der Realität krank, sondern an seinem Bild. Er stellt sein Bild auf. Der geschulte Therapeut weiß aus einem gewissen Grundlagenstudium, welche Personen an einem Bild beteiligt werden müssen.
Frage:
Hellinger will doch nur das Allerwenigste wissen. Nichts zusätzliches, keine Information über das hinaus , was er sagt, nämlich: stell Dich kurz vor, Deinen Namen, Deine Familie, Deinen Beruf und was Du für ein Problem hast. Weiter nichts. Nur das wirklich Notwendigste soll ins Bild.
KRÜGER:
Ich wage zu behaupten, dass Hellinger nicht nur ein Wissender ist, sondern auch ein Sehender. Er hört die Worte, das Problem des Klienten, und diese Worte berühren ihn in seiner sicher leeren Mitte, in der er gesammelt ist. Und aus dieser, seiner leeren Mitte, dort die Worte des Patienten erfassend, entsteht in ihm ein BILD. Und aus diesem Bild heraus lässt er den Patienten Mutter, Vater, Schwester, also die Ursprungsfamilie, oder die Gegenwartsfamilie oder gleich die Störung aufstellen. Bei Matthias Varga von Kibed geht es so weit, dass der Patient auch etwas, jemanden aufstellen soll, die der Patient gar nicht erwähnt hat, die aber Matthias einfach in seinem Bild geschaut hat. Diese Personen stellt der Patient dann also nach seinem Bilde auf. Diese Personen zeigen dann die in einem System herrschende Ordnung, bzw. Unordnung seines Bildes. Dieses Bild, was Ausdruck des Denkens des Patienten ist- wir wissen ja spätestens vom Buddha, dass der Geist entscheidet: wir werden, was wir denken! (wer täglich 10x Scheiße denkt, fängt nach vier Wochen an zu reichen). Also der Patient stellt das Bild auf, das hinter seinem Unheilsein steht. Und der Therapeut, geschult in gewissen Ordnungen, die sich in Hellingers und anderer Aufstellungsarbeiten als heilende Bilder ergeben haben, und begnadet durch seien Fähigkeit, das heilende Bild hinter diesem unordentlichen zu sehen, greift jetzt, geführt von den ORDNENDEN KRÄFTEN DES SYSTEMS, der Therapeut ein und PROBIERT. Ich betone: probieren. Wir haben in der systemischen Arbeit einen unwahrscheinlich tollen Wahrheitsfaktor, mit dem vielleicht maximal der Kinesiologe umgeht, der ja auch nicht sein Bild abprüft, aber der Patient sagt ihm aus seiner Weisheit; es stimmt oder stimmt nicht. Aber auch hier scheitert die schönste Idee des Kinesiologen am schwachen Muskel des Patienten, dann war diese Idee noch nicht mal richtig. Und genau so ist es bei der Aufstellung. Die gute Lösung ist immer heiter. Die gute Lösung führt zu einer Lösung. Und wenn ich als Therapeut, als ein dem Feld Dienender versuche, eine Lösung, von der ich glaube, ergriffen worden zu sein, dann im Feld auf- und umstelle, und es tritt keine Leichtigkeit ein, bei allen!, keine Lösung, dann war scheinbar meine Wahrnehmung der Ordnung des Feldes falsch. Und dann probiere ich was anderes.
Frage:
Die Lösung, die gute Lösung, das Heiter also, muss von den Stellvertretern geäußert werden?
KRÜGER:
Ja. In ihrem Befinden, in ihrem sich Leichterfühlen, in ihrem an ihre Gefühle kommen, in sich Hinbewegen können, in ihrem sich verneigen können, in ihren schwere Last und schweres Leid wieder an den Platz zurückgeben können, an den es gehört... Und es ist tatsächlich so, dass diese leere Mitte, von der Hellinger spricht, im Feld entsteht. Es entstehen runde Formen. Wenn alles genommen ist, schauen sich alle an. Es entsteht ein Raum, in dem tatsächlich Heil anwesend ist. Und wer hat es nicht schon erlebt, nach einer halben Stunde langem Probieren, und du dachtest, mein Gott, hier wird ja nie was draus, kommt mit einem Mal der heilende Satz und alle lächeln, alle weinen. Und alle können sich umarmen, jedenfalls die meisten, auf die es in diesem Feld ankommt.
Frage:
Mit anderen Worten, zu Deiner Homöopathie ist durch Hellinger, von Kibed und Sparrer und anderen Aufstellern, das BILD?
KRÜGER:
Das BILD und die MÖGLICHKEIT. Die Wahrheit des Bildes durch das Feld jedes Mal und gnadenlos überprüfen zu können. Und sofort, nicht in Wochen und Monaten, nein, maximal innerhalb einer Stunde. Was sich in einer Stunde nicht finden lässt, lässt sich nach meiner Erfahrung auch nicht in drei Stunden finden. Manchmal ist das Feld nicht bereit, die Wahrheit zu offenbaren. Manchmal ist der Therapeut noch zu sehr im kleinen Ich, um von der Wahrheit des Feldes ergriffen zu werden. Man erlebt manchmal auch Aufstellungen, die irgendwie nichts werden, und wenn man da genauer hinguckt, ist es meistens der Therapeut, der eben nicht so offen, so leer in seiner Mitte ist. Darum haben es Menschen mit einer sehr klaren Vorstellung oft schwerer, sich vom Feld und seiner Wahrheit ergreifen zu lassen als wir doppelkrebsigen Doofen, sage ich mal so, die wir ja sowieso mit Vorstellungslosigkeit geschlagen, bzw. gesegnet sind und die wir unter Hyperbeeinflussbarkeit leiden oder aber wiederum die Gnade der Hyperbeeinflussbarkeit haben. Also, das BILD sofort und spontan auf seine Wahrheit testen zu können, das ist eines der großen Geschenke, die ich von Hellinger erhalten habe. Ich wollte schon immer in meinem Leben die Kinesiologie lernen, war aber dafür immer zu „wild“, zu doll rückend, hier beim Aufstellen habe ich meinen kinesiologischen Arbeitsrahmen gefunden. Ich prüfe keine Muskeln, ich prüfe das Feld durch die Wahrnehmung der Feldkräfte am Stellvertreter.
Frage:
Hellinger fragt immer, ob es tote, verstoßene, tabuisierte, schuldige, vernachlässigte Familienmitglieder gibt und gab. Denn- und das ist eine reine Beobachtung von ihm an Tausenden Aufstellungen- dass Nachgeborenen oft die Rolle eines solchen Familienmitgliedes übernehmen, sich mit ihnen identifizieren, ihre LAST, ihre SCHULD übernehmen. Wie ist möglich, das im Feld zu erkennen?
KRÜGER:
Lange vor Hellinger und oft noch danach hatte ich einen sich immer wiederholenden Traum. Nämlich dass mir gesagt wurde: wenn alles genommen ist, im außen wie im Innen, entsteht FREIHEIT. Und Freiheit definiert sich dadurch, dass alles möglich ist. Ich aber auch in großer mildiglicher Heiterkeit alles lassen kann. D.h., was ausgeschlossen, was verschwiegen worden ist, kann nicht genommen werden oder nicht auf eine rechte, leichte Art genommen werden. Es wirkt also negativ es wirkt unheilsam.
Frage:
...was unterdrück worden ist?
Krüger:
Was unterdrückt worden ist, was in den Schatten gedrängt worden ist, was nach Orban in den Keller der Seele verbannt worden ist, wirkt doppelt. Alles im besten thuischen Sinne: was benannt wird, was gesehen wird und was geehrt wird, selbst wenn es das Furchtbarste ist wirkt heilend und gibt mir die Kraft, die es in seiner Unterdrückung mir vorenthalten hat.
Frage:
...oder wie Johannes Bobrowski sagt: benannte Schuld ist gebannte Schuld...
KRÜGER:
...gebannte Schuld, oder wie Matthias Varga von Kibed sagt: Böses ist nicht geehrtes GUTES. Hellinger lehrt uns, selbst im größten Drama nach der Kraft der Liebe zu schauen. Also wenn wir im Feld alles nehmen, was noch nicht genommen ist, entsteht Freiheit und entsteht Leichtigkeit und entsteht Leere. Das Nehmen des Nichtgenommenen, das Nehmen des Verbotenen, das an den richtigen Platz geben des unbewusst Getragenen, lässt Heilung möglich werden, die vorher, die vorher nicht gesehen, nicht benannt, nicht GEEHRT und nicht an en rechten Platz gestellt wurde.
Frage:
Wie ist Deine Erfahrung damit, dass Nachgeborene und „unschuldige“ Familienmitglieder die Rolle eines Täters übernehmen, eines Ausgestoßenen oder einfach Nichtwahrgenommen, oder eines, der sich schuldig gemacht hat gerade an demjenigen, der dann dessen Schuld auch noch trägt.?
KRÜGER:
Das System funktioniert nach ganz einfachen uralten Gesetzen. Es muss immer ein AUSGLEICH hergestellt werden. Und wenn jemand Schuld auf sich nimmt, und diese Schuld auch nicht wieder gut macht, oder überhaupt nicht mal annimmt als Schuld, dann wird ein Nachgeborener diese Schuld für ihn tragen. Aus unserem tiefsten systemischen Wissen, ahnen wir: es muss ein Ausgleich erfolgen. Also wenn deine Mutter ihre Mutter nicht ehrt und dadurch wie auch immer schuldig wird, versuchst du als Tochter diese Schuld so lange auszugleichen, wie auch immer, mit jedem Opfer, um ein scheinbares Ungleichgewicht im System wieder auszugleichen. Wenn deine Mutter ihre „Schuld“ nun in Ordnung bringt, wirst du entlastet. Wir Nachgeborenen versuchen, das auszugleichen, auch wenn wir es eigentlich gar nicht können, weil es nicht das Unsere ist. Und das werden wir dann so lange tun, bis am rechten Platz, nämlich in der Linie der Eltern ein Ausgleich stattfindet.
Frage:
Es heißt, dass Verstrickungen nach Jahrzehnten noch gelöst werden können, wie?
KRÜGER:
Genau so, wie besprochen. Beispiel: wenn sich die deutschen Soldaten des ersten Weltkrieges vor den französischen Soldaten verneigen, ihnen sagen, dass es ihnen leid tut, dass sie sie überfallen haben, dass sie es nicht besser wussten, dass sie vielleicht selbst Verführte waren, und das wirklich aus ganzem Herzen tun. Und die Franzosen sich fast gleichzeitig vor den deutschen Soldaten verneigen, kann endlich das alles lösende Wort gesprochen werden: Frieden heißt: es darf gewesen sein. Wenn sich Opfer vor Tätern und Täter vor Opfern verbeugen, dann entsteht Frieden durch gegenseitige Ehrung. Und so was kann selbst nach Jahrhunderten noch passieren und HEILEND wirken und SCHWERE LAST vom Feld, sprich von den Nachgeborenen nehmen.
Ein großer jüdischer Lehrer von mir (ich hätte es mir als Nichtjude überhaupt nicht gewagt, so was zu denken und ich hätte auch jeden anderen zu schärfst attackiert, der so was gewagt hätte zu denken), hat einmal gesagt: es kann erst Frieden im Nahen Osten werden, wenn der letzte Jude für Adolf Hitler das Totengebet gesprochen hat.“ Das heißt, das Totengebet spricht primär der jüdische Sohn für seinen Vater . In diesem für mich erst mal ungeheuerlichen Satz liegt tiefe Wahrheit. Er gibt ihm nämlich damit den Frieden. ER LÄSST IHN TOT SEIN.
Er lässt ihn in seiner Schuld, und er trägt nichts von seiner Schuld mit sich. Mein Lehrer, Matthias Varga von Kibet hat mich einmal, auf die Frage, was denn dieser Satz dieses jüdischen Lehrers bedeutet, geantwortet: es gibt so was wie eine negative Nachfolge. Warum sind die meisten Schänder Geschändete? Warum sind die meisten Schläger Geschlagene? Warum müssen die Juden heute mit den Palästinensern NICHT das GLEICHE TUN, das wäre hier viel zu einfach und undifferenziert, aber ÄHNLICHES TUN? Wenn Sharon sagt, wir sollen die Palästinenser einmauern, dann ist das kein KZ. Das wäre ein Fehler, das zu sagen. Das wäre die Sünde der Nichtdifferenzierung. Aber es ist etwas Ähnliches. Der JUDE, so undifferenziert dieser Begriff ist, der Israelit, der heute Palästinenser verfolgt, so schrecklich das auch ist was die Palästinenser mit ihm machen, macht etwas ÄHNLICHES wie der Faschist mit den Vorfahren des JUDEN. Das heißt, der Jude ist in einer Nachfolge im BÖSEN. Er folgt seinem Täter. Weil die Schuld nicht beim Täter geblieben ist, sondern ER hat ein Teil dieser fremden Schuld mit genommen. Wenn er nun für den Täter das Totengebet spricht, wenn er sagt, egal, was war, ICH LASSE ES BEI DIR und ICH WERDE FREI DADURCH, muss er dem Täter im Bösen nicht mehr folgen. Er muss also nicht an scheinbaren Tätern, den Palästinensern das wiederholen, was an ihm als damaligem Opfer vom damaligen Täter Adolf Hitler verbrochen worden ist.
Frage:
Hellinger sagt auch solche Sätze: „das Problem und das Unglück verbinden sich für uns mit einem Gefühl von Unschuld und Treue. Glück hingegen wird als gefährlich erlebt, weil es EINSAM MACHT.
Warum drücken wir uns vor diesem Glück, warum drücken wir uns so leidenschaftlich gern also vor der LÖSUNG?
KRÜGER:
Weil Lösung, gelöst sein, glücklich sein, in unserer Gesellschaft nicht hoch bewertet wird. Der, der leidet, der, der Schuld auf sich nimmt, der, der trägt, auch für andere, wird auch in unserer Gesellschaft moralisch hoch bewertet. ES DARF NICHT LEICHT SEIN, ist ein klassischer deutscher Satz. Und weil die Seele vielleicht in ihrer Tiefe denkt, wenn sie es sich schwer sein lässt, ist sie moralisch hochstehend, wehrt sie sich natürlich unbewusst gegen die GUTE LÖSUNG. Sprich: sie denkt ja in ihrem Irrtum, dass es etwas löst, wenn sie es sich schwer gehen lässt. Dieser Irrtum ist vielleicht der tiefste Irrtum unserer Seele überhaupt. Darum sind ja viele mitteleuropäische Philosophien und Lehrgebäude so an der Schuld orientiert. Wir lesen ja immer wieder: kein Wachstum durch Leichtigkeit, kein Wachstum durch Spaß. Es muss immer schwer sein. Und das ist scheinbar einer der grundlegenden Irrtümer der Seele. Lösung ist leicht. Lösung ist heiter. Das habe ich durch die Hellingersche Arbeit gelernt.
Frage:
Du erweiterst Deine systemische Arbeit, die Du bei Hellinger kennen gelernt hast um die sogenannte Wunderfrage, wie sie uns Matthias Varga von Kibed und seine Frau, Insa Sparrer, mitgegeben haben.
Die Wunderfrage beginnt dann so: stell dir vor, du wachst morgen früh auf, und die Problem ist gelöst, wie sieht das aus, wie fühlt sich das an?
KRÜGER:
Als Doppelkrebs bin ich ja nun schon aus meiner Problemabneigung lösungsorientiert. Und da kam mir natürlich ein Mann wie Matthias unwahrscheinlich entgegen. Der brachte uns durch seine Beschäftigung mit Steve de Shazer die Möglichkeit der Realisierung des WUNDERS durch dessen VISIONIERUNG mit in die Arbeit hinein. Das heißt, wir schauen nicht nur das Problem an und führen das Problem zu einer heilvollen Lösung, sondern wir schauen uns vorab schon mal die Lösung des Problems an. Wir schauen zwar auch auf das Problem, aber gleichzeitig auch auf das sogenannte WUNDER. Wir wissen, hinter jedem Problem liegt die Lösung verborgen. Und wenn wir die LÖSUNG VERBILDLICHEN und als LÖSUNGSBILD mit in das scheinbar noch im Problem verhaftete Bild stellen, geben wir der Dynamik des Systems schon mal eine Richtung. Darum nenne ich ja meine Arbeit IKONEN DER SEELE, ein Begriff der entstanden ist durch meine Arbeit mit den Griechen, wo der Begriff IKONE der Inbegriff des "Heilens durch das Bild" ist, ein Bild durch das die Heilenden, die Heiligen, in diese Realität schauen und wir in ihre Realität schauen können.
Wir stellen im Grunde diese Ikone, das HEILENDE BILD mit in das erst mal noch problematische Bild und versuchen dann alles zu bewerkstelligen, dass dieses heilende Bild, diese GUTE LÖSUNG, dieses WUNDER, genommen werden kann.
Frage:
Ich habe gerade bei der Aufstellungsarbeit durch Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer oft gesehen, dass wir uns schwer tun, das Wunder, das heilende Bild, die Ikone, wie du sie nennst, zu benennen.
KRÜGER:
Wir tun uns schwer, weil wir halt sehr problemorientiert aufgewachsen sind. Mit Hilfe aber eines auch an das Wunder glaubenden Therapeuten funktioniert das schon, das funktioniert aber mit zunehmender Leichtigkeit wenn es denn beim Therapeuten leicht sein darf. Wie alles muss ein Bild beim Therapeuten vorhanden sein, nämlich ein Bild von leichter Lösung, das der Patient ebenfalls nehmen kann. Der Patient kann immer nur so weit, wie sein Therapeut auch ist. Das bedeutet, wenn wir uns nicht nur das Problem beschreiben lassen sondern gleichzeitig das Wunder, können wir das Wunder in das Problemfeld mit hineinstellen und müssen dann nicht ewig im Problem kramen, sondern wir geben dem Problem nur so viel Energie, wie das Problem braucht, um sich zu wandeln, um dann das Wunder nehmen zu können. Das heißt, jede Aufstellung, die ich mache, ist eigentlich eine Lösungsannäherungsaufstellung. ICH VERSUCHE IM SYSTEM NUR SO VIEL ZU LÖSEN, UM AN DIE ENERGIE ZU KOMMEN, DASS DER PATIENT AN SEIN WUNDER KOMMT, was dann sein Bild von der Realität und dann auch sein Denken verändert. Da wir ja wissen, dass wir Schöpfer unserer Realität sind, kann ein ergriffenes Wunder unser Denken, unser Fühlen so verändern, dass die durchaus noch anderen vorhandenen Probleme vielleicht und auch wie von selbst lösen. Ein Wunder ist ja auch so etwas wie ein DAZUTUN HÖHERER KRÄFTE, die wir vielleicht gar nicht immer so in unserem Blick haben. Durch das Wunder wirkt das Heilende, das HEILIGE wie durch die Kraft einer Ikone fast wie von selbst.
Frage:
Da wirkt eine Wunderfragenskala mit. Was hat die zu bedeuten?
KRÜGER:
Diese Skala ist auch eine Erfindung von Steve de Sahzer, die uns Matthias gelehrt hat. Sie hat nichts weiter zu sagen, als dass der Patient sich, nachdem er an sein Wunder gekommen ist, tagtäglich beobachet, in wie weit sich denn das Wunder entwickelt, also Energie in das Wunder gegeben wird, und durch das NÄHREN des Wunders (an einer imaginären Skala von meinetwegen plus 10 bis minus 10 auszumachen) seinem Wunder immer näher kommt.
Ich persönlich mache das gerne so. Ich stelle das Wunder ins Feld, und ich mache dieses Wunder zusätzlich zu einem Wahrnehmungsorgan, auch für mich. D. h., wenn ich im Feld Veränderungen durchführe, sehe ich daran, wie sich das Wunder selbst auf dieser Skala entwickelt, selbst wenn vielleicht der Patient noch gar nicht so nahe der Lösung scheint, ob meine Idee, einer Lösungsannäherung richtig ist. Also wenn das Wunder im Feld stehend sagt, jetzt bin ich bei 10, weiß ich, alles was, zur Realisierung des Wunders passieren musste, ist passiert. Selbst wenn der Patient das Wunder noch nicht nehmen kann, warum auch immer. Also das Wunder mit seiner Skala ist für ich einfach ein Thermometer für die Frage: bin ich auf dem richtigen Weg. Das Wunder mit seiner Skala wird für mich zum Verbündeten, wird für mich zum Medium, Entwicklung ablesen zu können. Und dann kommt natürlich noch der ganz entscheidende Punkt in unserer Ikonenarbeit. Ich bin Homöopath. Und Homöopathie wirkt Wunder. Auch wenn wir überhaupt nicht verstehen, warum sie wirkt. Und so habe ich relativ schnell, nach Zeiten, in denen ich das Bild dazu benutzte, Ideen für Arzneien zu kriegen, angefangen, ins Feld, wenn sich etwas nicht bewegte, z.B. der Patient trotz scheinbarer Lösung das Wunder noch nicht nehmen kann, homöopathische Mittel wie Weggefährten auf den Weg zum Wunder aufzustellen, und der Patient merkt auf seinem Weg, seiner Hinbewegung zum Wunder, wenn er stockt, dass er dann vier, fünf Mittel mit auf diesem Weg weiß, und ich sage dann: wende dich diesen Mitteln, diesen Helfern zu. Der Patient weiß nicht, welche Arzneien da stehen, das wissen die z.T. selbst nicht, wenn ich zu sehr genuschelt habe, z.B. oder wenn ich ihnen diese Mittel ins Ohr geflüstert habe. Die Erfahrung ist, dass selbst bei noch nicht völliger Lösung des Feldproblems durch das Ergreifen eines homöopathischen Mittels- für mich eine das Annehmen des Wunders unterstützende Instanz- dann das Wunder genommen werden kann, und der Patient mittels des aufgestellten Arzneimittels um ein Vielfaches schneller zum Wunder kommt als ohne. Es ist ohne Frage möglich, Matthias Varga von Kibed und Bert Hellinger sind die besten Beispiele, dass man das auch alles ohne Homöopathie machen kann. Vielleicht könnte ich es auch ohne Homöopathie, wenn ich 20 Jahre üben würde. Nun gibt’s ja die Homöopathie. Und bei mir darfs leicht sein. Und Homöopathie macht vieles leicht. Also, meine Frage, warum soll ich das, was es leicht macht, nämlich die homöopathischen Mittel, nicht nehmen?
Ohne Platin konnte sich deine Mutter vor ihrer Mutter nicht verneigen. Mit Platin fiel es ihr sehr viel leichter. Auch wenn Platin kein Mittel für dich war. Für dich war es eher Pulsatilla.
Also ich kann selbst ins Feld auf Nichtanwesende durch die Gabe eines homöopathischen Mittels wirken. Vielleicht ließe sich diese Wirkung auch noch mit einem heilenden Satz, mit einem dazugestellten Teilnehmer, mit irgend einem anderen Ritual erzielen, aber warum, wenn es durch das homöopathische Mittel auch geht. Das homöopathische Mittel bringt letztendlich einen fehlenden Teil des Bildes mit ins System.
Frage:
Die Lösung zu erleben, sagt Hellinger, heißt ja noch nicht, ES zu vollziehen, was mich auch etwas beruhigt. Denn, so lese ich es bei Hellinger, da soll eine Adoptivmutter ihren Adoptivsohn wieder zurück geben. Diese Lösung ist erst mal unannehmbar.
KRÜGER:
Der Vollzug folgt erst einige Zeit nachdem das Bild gut ist. Weil es ja nicht nur so ist, das wir ein Bild angucken und sofort sind wir das Bild. Es gibt ja diesen schönen Begriff des SICH- ERBAUENS. Wir schauen ein Bild an, und dieses Bild wirkt in uns. Wir erbauen uns an einem Bild und mit Hilfe des Bildes erbauen wir uns unsere gute, neue, heile Wirklichkeit. Darum kann es durchaus sein, dass ein Mensch nicht nur eine Aufstellung machen muss, sondern sich das Bild dieser Aufstellung immer wieder imaginieren muss, um sich dann mit der Zeit an diesem Bild zu imaginieren. Sprich: dass ein Mensch auch manchmal nach der Aufstellung das aufgestellte und heilende Bild dann auch noch einmal in Realitas nehmen muss, um immer wieder an das gute Bild erinnert zu werden.
Heilung heißt erinnern, Krankheit heißt vergessen. Wir haben das heilende Bild vergessen. Das Gesundwerden wird bewirkt durch das sich Erinnern an das heilende - heilige Bild. Homöopathie ist nichts anderes wie Erinnerungshilfe. Im rechten homöopathischen Mittel schlummert die Weisheit und heilende Kraft eines für uns guten Bildes.
Frage:
Das homöopathsiche Arzneimittel-Bild als Wegweiser zum GUTEN BILD in der Aufstellungarbeit?
KRÜGER:
Oft wirkt eine gute Aufstellung, alleine gestellt, nicht. Hier, berlinerisch gesagt, moppeln wir doppelt. Wir geben zweimal das gleiche gute Bild, in Form der Aufstellung, in Form der Arznei. Und bei den Ikonen der Seele packen wir es einfach zusammen in ein Bild. Das homöopathische Mittel ist eine Verstärkung des systemischen Aufstellungsbildes. Das systemische Aufstellungsbild ist eine Verstärkung des homöopathischen Arzneimittels. Beides ergibt eine IKONE. Ein HEILENDES HEILIGES BILD.
Frage: Nun hast Du Dir für den Dezember viele Tage vorgenommen, in Gruppenarbeit den IKONEN DER SEELE Raum zu schaffen, gemeinsam, gesammelt, in einer leeren Mitte. Worauf sollen wir uns dort einstellen?
Krüger:
Ich habe dieses Seminar genannt: Millionen Legionen stehen hinter dir! Was mich an der Aufstellungsarbeit am meisten fasziniert ist das Erreichen, Erschaffen, Annehmen dieser heilenden heiligen Bilder. In diesem Seminar möchte ich denen, die es wollen, helfen, zu diesen, sie speisenden und nährenden Millionen Legionen zu kommen, die da hinter ihnen stehen. Wenn wir unsere Millionen Legionen nehmen, kommen wir in die Fülle diese Kräfte. Wenn wir unseren Lehrer nehmen, kommen wir in die Kräfte all seiner Lehrer. Wenn wir unseren Vater nehmen, kommen wir in die Kräfte aller Väter, Mütter natürlich mit inbegriffen.
Ein Heilpraktiker ohne väterliche und mütterliche Linie wird scheitern, weil ihm durch das Fehlen der mütterlichen Linie die Magie, die Intuition, die Hingabe, die Liebe fehlen. Durch das Fehlen der väterlichen Fülle fehlen ihm das bedingungslose JA zum Reichtum, zum ökonomischen Erfolg, zum Durchsetzen, zum DIE WELTEROBERN, und sei es vom Praxisstuhl aus.
Ein Therapeut also, der diese Millionen nimmt, wird zum Millionär. Darum auch der Untertitel: für alle Millionäre und die, die es noch werden wollen. Wobei der finanzielle Aspekt dann nur eine Nebenressource ist. Aber durchaus auch etwas mit der genommen Fülle der Millionen Legionen zu tun hat, die hinter uns stehen. Weil ökonomische Fülle ohne energetische Fülle nur die halbe Rente ist, selbst wenn wir sie ohne energetische Fülle erreichen könnten, was wir ja schaffen, indem wir eine Bank überfallen. Aber dieser Reichtum ist im Grunde wackelig. Ein Reichtum aber, der erreicht wird durch den Reichtum einer energetisch-systemische Fülle, steht auf festem Fundamenten.
Und das ist das Ziel dieses Seminars.
Termine „Ikonen der Seele“ in Berlin:
- jeder 4. Mittwoch im Monat-
Ferien ausgenommen-
Uhrzeit: 19.00 - 22.00 Uhr
Ort: Samuel - Hahnemann - Schule
Mommsenstr. 45, 10629 Berlin
Kosten:
10,00 DM Tagesschüler-SHS,
20,00 DM Andere
Termine im Bundesgebiet siehe: www.andreaskruegerberlin.de oder beiliegenden Terminkalender